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Liebe Grit,

als ich neulich durch´s Zehlendorfer Wäldchen radelte, entdeckte ich einen Mehrgenerationenspielplatz. So etwas hatte ich ja noch nie gesehen! Es war nur ein Trüppchen Kindergartenkinder in neongelben Westen in Sichtweite und keine Senioren oder Mittvierziger, so dass ich in Ruhe die generationenübergreifenden Spielgeräte testen konnte: Unterschiedlich hohe Steinquader zum Beschreiten, eine Wippe zum Trainieren des Gleichgewichtes und vorgeformte Fußstapfen, um die Zielgenauigkeit der Bewegung zu üben.

Wege

Als ich zuhause angekommen die Fertigkeit meiner Finger am Computer testete, fand ich im Internet heraus, dass jede Stadt, die etwas auf sich hält, den heimischen Senioren einen Platz mit Trainingsgeräten zur Verfügung stellt. Nur heißen sie unterschiedlich: Bewegungsparcours, Mehrgenerationenspielplatz, Seniorenspielplatz. Früher hieß es Trimmdichpfad. Hessen hat sogar einen eigenen Leitfaden dazu veröffentlicht:

https://soziales.hessen.de/familie-soziales/senioren/seniorenpolitische-initiative/leitfaden-bewegungsparcours

Die Anregung, dass Senioren sich an öffentlichen Plätzen (unter Anleitung) gezielt bewegen, kommt angeblich aus China: Dort trifft man sich bei Sonnenaufgang zu Schattenboxen und QiGong im Park und trainiert sich in der Gruppe. Super Idee!

Eigentlich.

Aber hier scheint es nicht zu funktionieren: Ein paar Mal bin ich seit meiner „Entdeckung“ beim Mehrgenerationenspielplatz vorbeigefahren. Nie habe ich ältere Menschen entdecken können. Rausgeschmissene Staatsgelder? Oder kennst Du jemanden, der sich auf Seniorenspielplätzen fit macht, Grit?

2 Kommentare

  1. Ulli Kammigan

    Seniorenspielplatz!? Hört sich wirklich sehr appeldwartsch an(Hamburger Ausdruck für »merkwürdig«). Aber das mit China stimmt. Wir haben wirklich am 03. Januar 2012 morgens um 10 Uhr im Victoria-Park von HongKong Gruppen von Chinesen alle möglichen merkwürdigen Bewegungen machen sehen. Eine Gruppe von zehn Damen im Alter zwischen 20 und 80 Jahren tanzte nach Musik Cha-cha-cha. Wir haben natürlich sofort mitgemacht. (In meinem Reisebericht 2011/12 nachzulesen auf meiner Homepage)

  2. Grit Kramert

    Liebe Katja,

    ja, ich kenne jemanden, der sich auf solchen „Spielplätzen“ fit macht – ich. Bei uns sprießen diese Anlagen wie Pilze aus dem Boden. Unsere steht keine 300 Meter von uns entfernt, eingebettet in ein Stadion. Allerdings wird dort nicht direkt der Mehrgenerationen-Aspekt hervorgehoben. Es sollen eher alle Menschen aller Altersklassen trainieren können. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bei der Ausführung tragen diesem Ansatz Rechnung. Bei uns sind diese Anlagen auch nicht so schön aus Holz geformt wie auf deinen Fotos, es handelt sich eher um zweckdienliche Fitnessgeräte. Dennoch finde ich unsere Anlage sehr gut gelungen. Da sie in das Stadion eingebunden ist, wird sie auch gut genutzt – von Menschen, die sowieso Sport treiben.
    Wie sieht es mit der älteren Generation aus? Diese habe ich dort noch nicht trainieren gesehen. Kürzlich führte ich dazu eine Diskussion mit mir bekannten Senioren. In ihrem Wohnort wurde auch so eine Fitnessanlage aufgebaut, allerdings auf einem ehemaligen Parkplatz im Kreuzungspunkt zweier gut befahrener Straßen. Dass das nicht zum Benutzen anregt, kann ich gut verstehen. Die Anlage fristet völlig verwaist ihr Dasein. Dementsprechend empfanden die älteren Leute diese Investition in der Tat als sinnlose Geldverschwendung. Aber ich glaube, dass diese Argumentation auch ein bisschen als Ausrede dient, denn die meisten Senioren, die ich kenne, würden solche Anlagen nicht nutzen, ganz unabhängig davon, wo sie installiert wurden. Dem Mehrgenerationen-Aspekt wird man allein durch den Bau solcher Anlagen meiner Meinung nach nicht gerecht. Um dies zu erreichen, müssten den Senioren meiner Ansicht nach ganz konkrete Angebote gemeinsamer Projekte gemacht werden, zum Beispiel von Mehrgenerationen-Häusern, Kindergärten, Schulen oder anderen Einrichtungen.