Sigrid Falkenstein liest aus ihrem Buch Annas Spuren – Ein Opfer der NS-„Euthanasie“.

Anna ist die Tante, die sie nie kennen gelernt hat. Als junge Frau mit geistiger Beeinträchtigung ist Anna 1940 im baden-württembergischen Grafeneck vergast worden. Im Rahmen der Aktion T4, der systematischen Ermordung von über 70.000 Menschen mit Behinderungen.

Zufallsspur

Sigrid Falkenstein hat von dem gewaltsamen Tod ihrer Tante erst 2003 durch Zufall erfahren und sich auf die Spuren ihres Lebens begeben. Im Buch beschreibt sie nach mühsamen Recherchearbeiten die gesellschaftlichen Verhältnisse, welche die massenhaften Ermordungen möglich machten. Aber auch die innerfamiliären Bedingungen, über die sie staunte: Wie konnte ihr Vater Fritz, Bruder von Anna, die Existenz seiner Schwester so verdrängen? Ahnte die Mutter, dass ihre Tochter, von ihr für Jahre in die Heilanstalt Bedburg Hau geschickt, nicht an einer Bauchfellentzündung gestorben ist? Was macht es mit ihren Biografien?

Es ist Sigrid Falkensteins Mission, gegen die Stigmatisierung und Ausgrenzung psychisch kranker und behinderter Menschen zu arbeiten. Sie liest am 30. August 2019 in Berlin im Rahmen des Festaktes – 5 Jahre Gedenkort T4 aus ihrem Buch Annas Spuren in einer Fassung in einfacher Sprache. Ihre Lesung ist eingebettet in einen Tag mit Vorträgen zum Thema „Euthanasie-Morde“. Um Anmeldung wird gebeten.

Programm und Anmeldung: FÜNF JAHRE GEDENK- UND INFORMATIONSORT FÜR DIE OPFER DER NATIONALSOZIALISTISCHEN »EUTHANASIE«-MORDE 30. August 2019 10 Uhr -15 Uhr 30  

Siegrid Falkenstein: Annas Spuren – Ein Opfer der NS-„Euthanasie“

Siegrid Falkenstein: Annas Spuren – Kurzfassung in einfacher Sprache

Internetseite zu Annas Geschichte und dem Thema „Euthanasie“

Foto: Stiftung Denkmal, Marko Priske